Klima-Tipps für den Alltag

Klimaschutz, Klimaanapassung und Reduzierung der Treibhausgasemissionen sind Themen, die derzeit in aller Munde sind. Auch die Stadt Selm beschäftigt sich intensiv mit diesen Themen. Doch Klimaschutz ist eine Aufgabe, die uns alle etwas angeht. Jeder und jede Einzelne kann und sollte seinen Lebensstil hinterfragen und seinen individuellen Ausstoß an Treibhausgasen reduzieren. Dies klingt zunächst aufwändig, kann aber leicht umgesetzt werden. Einzelne Handlungsroutinen zu durchbrechen und sein Leben nachhaltiger zu gestalten, sind die Ziele dieses Ansatzes.

Die Klima-Tipps sollen die Wichtigkeit und Notwendigkeit des Klimaschutzes in den Fokus rücken. Sie stellen keine abschließende Liste dar, sondern geben lediglich Anreize in verschiedenen alltäglichen Situationen klimabewusster zu handeln. Lassen Sie sich von den Ideen inspirieren und helfen Sie mit, Klimaschutz zu betreiben – ob privat, dienstlich oder beides!

Kategorie Konsum und Abfall(-vermeidung):

Batterien und Medikamente fachgerecht entsorgen

Wer kennt es nicht – schnell landen Batterien oder Medikamentenreste im Haushaltsmüll. Diese Art von Problemabfällen muss jedoch gesondert entsorgt werden, da sie zu einer Gefahr für Mensch und Umwelt werden können. Zudem können beispielsweise wertvolle Metalle aus Batterien recycelt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Problemabfälle zu entsorgen. In der Regel verfügen Verkaufsstellen und Supermärkte über Sammelboxen, in die leere Batterien entsorgt werden können. Auch im Amtshaus in Bork steht beispielsweise eine solche grüne Sammelbox auf der Fensterbank neben der Zentrale. Zudem nimmt der Recyclinghof meist haushaltsübliche Batterien und alte Medikamente kostenfrei an. Nehmen Sie sich die kurze Zeit, entsorgen Sie die Materialien fachgerecht und schützen so Mensch und Umwelt.

Global denken, lokal essen

Es gibt zahlreiche ökologische, soziale und geschmackliche Gründe, vorrangig regionale Produkte zu beziehen. Einer davon ist der umweltbelastende Transportweg. Der Transport von Lebensmitteln mit dem Flugzeug verursacht eine erhebliche Menge an Treibhausgasen und ist somit für die Umwelt schädlich. Zudem werden regionale Landwirte und Händler gestärkt, wenn regionale Produkte gekauft werden. Somit wird ein Beitrag zur regionalen Wertschöpfung geleistet.

Ich bin Papiervermeider!

Noch immer wird in Büros und privat viel gedruckt. Nicht alles lässt sich derzeit bereits digital erfassen und aufbewahren, dennoch soll dieser Klima-Tipp nochmal das Bewusstsein schärfen für ein papiersparsames Arbeiten. Bei der Papierherstellung wird viel Holz und Wasser eingesetzt, zudem sehr viel Energie verbraucht.

Daher hier einige Papier-Spar-Tipps für den (Büro-)Alltag:

  • Drucken Sie nur das aus, was wirklich notwendig und sinnvoll ist.
  • Wenn Sie einen Fehldruck haben, nutzen Sie freie Teile auf dem Papier als Schmierpapier oder Notizzettel.
  • Drucken Sie doppelseitig, so wird viel Papier eingespart (DUPLEX).
  • Drucken Sie mehrere Seiten auf ein Blatt (2 Seiten auf 1).

Und hier noch ein paar Tipps für den Alltag zu Hause:

  • Umweltfreundliche Beschaffung wie die von Recyclingpapier funktioniert auch zu Hause: Achten Sie beim Kauf von Kopierpapier auf Umweltsiegel, z.B. den "Blauen Engel" vom Umweltbundesamt.
  • Kleben Sie auf Ihren Briefkasten einen Aufkleber gegen Werbe-Wurfsendung. Eine Vielzahl von Prospekten benötigt man meist nicht. Mittlerweile kann man alle Prospekte auch online abrufen oder aber vor Ort gezielt in den einzelnen Geschäften das Wunsch-Prospekt einpacken.
  • Manchmal erhält man ungefragt zugesandte Werbung, bspw. Kataloge. Auf diese kann man "Bitte zurück an Absender" schreiben oder den Absender anrufen und darum bitten, von weiteren Sendungen abzusehen.

Verzichten Sie auf Coffee-to-go Becher. Wenn Sie keinen Thermo-Becher dabei haben, nehmen Sie sich die Zeit und setzen sich in das Lokal.

Klimafreundliche Geschenke

In einem Jahr kommen viele Anlässe zusammen, zu denen Geschenke verteilt werden können. Versuchen Sie - wenn es Konsumgüter sein sollen - plastikfreie und lokal produzierte Waren zu verschenken.  Verzichten Sie auf Geschenkpapier und nutzen stattdessen wiederverwendbare Geschenktüten: So vermeiden Sie im wahrsten Sinne einen Haufen Geschenkverpackungsmüll. Wer auf das Einpacken von Geschenken nicht verzichten mag, kann auf Zeitungspapier oder recyceltes Kraftpapier zurückgreifen. Ganz nebenbei kann man den Gedanken der Klimafreundlichkeit auch weiterverschenken; hierfür eignen sich z. B. Beleuchtungsobjekte für den Balkon oder Garten, die von Solarstrom betrieben werden. Das spart nicht nur lästige Kabel, sondern auch teuren Strom.

Klimafreundlich grillen

Grillen gehört für viele zum Sommer dazu, im Schnitt grillt ein deutscher Haushalt 13 Mal pro Jahr. Doch leider gehört zwangsläufig auch der CO2-Ausstoß zum Grillen dazu. Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit entfallen 95% der CO2-Emissionen, die beim Grillen entstehen, auf das Grillgut. Daher gibt es im Folgenden einige Klima-Tipps zum Klimafreundlichen Grillen:

  • Nachhaltigen Brennstoff verwenden: Die meiste Holzkohle, die zum Grillen verwendet wird, stammt aus Tropenwäldern. Wenn Sie mit Holzkohle grillen, achten Sie beim Kauf auf das FSC-Siegel, kaufen Bio-Holzkohle oder zumindest Kohle aus Deutschland. Es ist zudem möglich, mit natürlichen Abfallprodukten wie Maisspindeln, Kokosnussschalen oder Bambuskohle zu grillen, rät das BMU.
  • Klimafreundlicher Grill: Verzichten Sie auf Einweggrills, wickeln Grillgut in Pflanzenblätter oder Kohl (statt Alufolie) und senken Sie mit bezogenem Ökostrom die Emissionen, wenn Sie mit einem Elektrogrill grillen.
  • Grillgut: Es gibt zahlreiche leckere vegetarische und vegane Grillprodukte. Versuchen Sie doch einmal, weniger Fleisch (v.a. Rind) zu grillen und nutzen stattdessen lieber Gemüse, Kartoffeln, Käse und Co. Das BMU hat berechnet, dass Grillgut mit Käse knapp 90kg CO2 ausstößt, während dem gegenüber der Wert von ca. 50kg CO2 bei klimafreundlichem Grillen mit Käse und Gemüse steht.

Klimaschutz kann bereits in der Brotdose beginnen

Dieser Klima-Tipp beschäftigt sich mit dem Thema Essensmitnahme. Klimaschutz kann bereits bei der Brotdose beginnen. Wer sein Frühstück oder Mittagessen in einer Brotdose anstelle von Einweg-Tüten, Alufolie oder Frischhaltefolie mitbringt, spart Verpackungsmüll und schont so die Umwelt. Neben den bekannten Plastikdosen gibt es mittlerweile bereits viele plastikfreie Alternativen. So ist es möglich, Boxen aus Edelstahl oder Glas zu nutzen. Die Dosen aus Kunststoff sollten natürlich jetzt nicht sofort weggeworfen werden, denn das produziert unnötigen Müll. Sollten Sie jedoch vor der Entscheidung stehen, neue Vorratsdosen oder Brotboxen anzuschaffen, halten Sie diesen Klima-Tipp im Hinterkopf.Mit der Benutzung von Getränkeflaschen, die wieder befüllt werden, tun Sie etwas für den Umweltschutz. Mehrwegflaschen, sei es aus PET oder Glas, verringern nämlich den CO2-Ausstoß. Am größten sind die Umweltbelastungen hingegen bei Einwegdosen und -flaschen

Müll trennen – Klima schützen

Der Klima-Tipp ruft dazu auf, Müll richtig zu trennen. Ob zu Hause oder im Büro, es ist wichtig, Abfälle getrennt zu sammeln, damit die darin enthaltenen Wertstoffe isoliert werden können. Zugleich spart Recycling Energie, da Primärrohstoffe eingespart werden können. Daher hier nochmals der Appell: Nutzen Sie die verschiedenen zur Verfügung gestellten Abfallbehälter und trennen Sie Ihren Abfall - ob Papier, Apfelkitsche oder Milchtüte. Noch viel besser ist es natürlich, wenn möglichst wenig Abfall anfällt. Weitere Informationen zum Thema Abfall finden Sie unter  „Abfall unter dem Aspekt des Klimaschutzes“.  

Selbst ist die Frau / der Mann

Bevor Produkte weggeschmissen werden, sollte man schauen, ob sie repariert werden können. Manchmal ist es auch möglich, diese Produkte einer neuen Nutzung zuzuführen. So kann dem Thema der Wegwerfgesellschaft entgegengewirkt und Alterungsyzyklen von Konsumgütern können verlängert werden.

Tausche Plastik und Einweg gegen Frisches vom Feld und Mehrweg!

In der heutigen Zeit ist es kaum möglich, komplett auf Plastik(-verpackungen) zu verzichten, dennoch kann das Bewusstsein dafür geschärft werden. Viel zu oft packt man Obst und Gemüse in Plastiktüten oder kauft einzeln verpackte Gegenstände. Versuchen Sie, Plastiktüten zu vermeiden und, wenn es nicht vermeidbar ist, kaufen Sie besser Mehrweg- statt Einwegverpackungen. Auch in der Kosmetik wird oft Mikroplastik eingesetzt, auf das verzichtet werden kann. Nutzen Sie diesen Klima-Tipp als Anreiz, über Ihr Kaufverhalten nachzudenken.

Wasser sparen leicht gemacht

Dieser Klima-Tipp befasst sich mit dem Thema Wassereinsparung. Jahrelang war dies kein Thema in deutschen Städten, doch spätestens nach den heißen Sommertagen 2018 und 2019 ist dieses Thema präsent.  Wasser ist eine wertvolle Ressource und gleichzeitig starker Hebel, dem Klimawandel entgegenzutreten. Ein Mangel in der Wasserverfügbarkeit für Privathaushalte ist dabei nicht ausgeschlossen. Zudem besteht eine erhöhte Dürregefahr in Verbindung mit einem niedrigen Grundwasserspiegel. Ein sparsamer Umgang mit der wertvollen Ressource „Wasser“ sollte daher angestrebt werden. Hier helfen bereits kleine Maßnahmen im Alltag, worauf der wöchentliche Klima-Tipp abzielt.

So kann zum Beispiel Regenwasser an Stelle von Leitungswasser verwendet werden, um Blumen zu gießen. Sammeln Sie das Regenwasser in Tonnen oder Zisternen. Zum einen ist dies nicht so kalt wie Leitungswasser und enthält zum anderen weniger Kalk. So ist das Wasser aus dem Niederschlag nicht nur besser verträglich für die Pflanzen, sondern auch kostengünstiger

Wassersparen im Bad:

  • Wasser aus: Während Sie Ihre Zähne putzen, sich rasieren oder einseifen muss der Wasserhahn nicht laufen.
  • Duschen statt Baden: Der Wasserverbrauch beim Baden steigt erheblich.
  • Wassersparende Duschköpfe / Aufsätze: Es gibt zahlreiche Varianten an Duschköpfen und Aufsätzen für einen Wasserhahn, bei denen viel Wasser eingespart werden kann.

 

Wassersparen in der Küche:

  • Effiziente Geräte: Beim Kauf von Wasch- und Spülmaschine auf Wasser- und Energieverbrauch achten.
  • Spülmaschine nutzen: Wer eine Spülmaschine hat, sollte sie auch nutzen. Diese verbraucht weniger Wasser als gründliches Abwaschen.
  • Obst und Gemüse waschen: Statt Obst und Gemüse einzeln unter fließendem Wasser zu waschen, kann man dies in einer Schale mit Wasser tun. Das Wasser kann anschließend zum Blumengießen genutzt werden.

Weg mit dem Dreck - aber umweltfreundlich!

Es wird wieder Zeit für Ihren Frühjahrs-, Herbst- oder Winterputz? Dieser Klima-Tipp verrät Ihnen, wie Sie umweltfreundlich waschen und putzen können.

  • Grundsätzlich empfiehlt das Umweltbundesamt Produkte mit dem "Blauen Engel" oder der "Euroblume" zu nutzen.
  • Bevor Sie jedoch chemisch reinigen, versuchen Sie es mechanisch und greifen z.B. auf Bürsten, Saugglocken oder Co. zurück.
  • Verzichten Sie in jedem Fall auf chlorhaltige Reiniger mit anorganischen Säuren. Nutzen Sie Zitronensäure an Stelle von Essig oder Salzsäure.
  • An Stelle von Glasreiniger geben Sie einfach einen Spritzer (phosphatfreies) Spülmittel ins Wasser, das reinigt genauso gut.
  • Beachten Sie die Dosierungsanweisungen und halten diese ein. Das Motto "Viel hilft viel" stimmt nicht in jeder Hinsicht.
  • Lieber lüften statt beduften: Lüften Sie regelmäßig und verzichten auf Raumsprays und Duftspender.

Weihnachtsbaum mieten

Für diejenigen, die Weihnachten feiern, soll mit dem Klima-Tipp auf die interessante Möglichkeit eines ökologisch zertifizierten Weihnachtsbaums aufmerksam gemacht werden. Die meisten verkauften Weihnachtsbäume stammen aus Weihnachtsbaumkulturen, deren Dünger das Grundwasser schädigt und den Boden langfristig unbrauchbar macht. Viele der Bäume werden zudem mit Pestiziden besprüht. Als Alternative gibt es ökologisch zertifizierte Weihnachtsbäume mit dem FSC-Siegel. Wer ganz auf einen geschlagenen Baum verzichten möchte, kann auch einen Weihnachtsbaum im Topf mieten.

Wiedersehen macht Freude/ Geteilte Freude ist doppelte Freude

Ganz nach dem Motto „Geteilte Freude ist doppelte Freude“ ruft dieser Klima-Tipp dazu auf, Dinge zu teilen, wieder zu verwenden oder zu tauschen. Diese nachhaltige Kultur des Konsumierens ist in verschiedenen Lebensbereichen möglich. Vieles kann dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und die Umweltbelastung zu verringern. Neben den aus dem Mobilitätssektor bekannten Angeboten des Carsharings oder Bikesharings, die insbesondere in Großstädten möglich und leicht zu nutzen sind, lassen sich aber auch Kleidung, Werkzeuge, Bücher und vieles mehr teilen.  Ob in Second-Hand-Läden, öffentlichen Bücherschränken oder auch privat untereinander – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. So ist es zum Beispiel eine Idee, mit Ihren Nachbarn Gartengeräte und Werkzeuge zu teilen. Viel Spaß beim gemeinsamen Nutzen! Denn nicht alles muss man besitzen, was man benützt.

Zu viel Wurst ist Käse

Mit diesem Klima-Tipp soll das Bewusstsein geschärft werden, was Fleischkonsum mit Klimawandel zu tun hat. Es geht darum aufzuzeigen, dass ein klein wenig Verzicht viel bewirken könnte. An dieser Stelle muss jedoch angemerkt werden, dass nicht gegengerechnet wurde, welcher CO2 Ausstoß bei alternativer Ernährung stattfände. Denn es darf nicht vergessen werden, dass auch der Anbau von z. B. Soja oder anderen Produkten zum Flächenverbrauch, zur Abrodung von Wäldern und zum CO2 Ausstoß beiträgt. Insbesondere aber der hohe Bedarf von Soja als Futtermittel für Geflügel und Schwein ist ein Faktor der schlechten CO2 Bilanz durch Tierhaltung. Wie viel CO2 bei der Fleischproduktion selbst entsteht, hängt von der Art des Fleisches und der Haltungsweise ab. Vor allem Rinder produzieren klimaschädliche Gase wie Methan. Legen unter aktuellen Bedingungen alle Deutschen einen Veggie-Tag pro Woche ein, werden insgesamt 3,5 Mio. CO2 gespart - das entspricht dem CO2 Ausstoß einer Jahresfahrleistung von durchschnittlich 1,5 Mio. Pkw.

Kategorie Energie- und Stromsparen:

Ausmachen macht was aus

Der Klima-Tipp ruft dazu auf, das Licht in den Räumen auszuschalten, wenn man sie für längere Zeit verlässt (das gilt für Büros, Teeküchen, Toilettenräume und alle anderen Räume). Abhängig vom Leuchtmittel und der Zeit, in der das Licht ausgeschaltet bleibt, wird Strom gespart. Verlässt man z. B. das Büro für einen Termin, eine längere Pause oder gar zum Feierabend sollte der Lichtschalter gedrückt und das Licht ausgeschaltet werden. Zudem sollten neue Energiesparlampen verwendet werden, die den Stromverbrauch um bis zu 80% ggü. Glühbirnen reduzieren.  

Burn calories, not electricity

Dieser Klima-Tipp beschäftigt sich mit dem Thema des Stromverbrauchs und ruft dazu auf, Strom einzusparen, indem man Treppen an Stelle von Aufzügen oder Rolltreppen nutzt. Dies betrifft jeden und jede im täglichen Leben. Ob an Bahnhöfen, in Bürogebäuden, Wohngebäuden oder Co. – „Burn calories, not electricity“ zeigt, dass man für sich und die Umwelt etwas Gutes tun kann. Denn neben der Stromeinsparung arbeitet man fleißig an seiner Gesundheit und wird fitter.

Lassen Sie die Luft raus!

Heizenergie macht einen Großteil des Energieverbrauches in Deutschland aus. Daher besteht hier ein großes Einsparpotenzial. Wenn die Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius verringert wird, kann eine Menge Energie gespart werden. Auch das richtige Lüften spielt eine bedeutende Rolle. Statt das Fenster dauerhaft zu kippen, wird das sogenannte Stoßlüften empfohlen: Lüften Sie Räume nach ca. 60 Minuten drei Minuten lang, um für einen intensiven Luftaustausch zu sorgen. Drehen Sie die Heizung herunter, wenn Sie eine längere Zeit nicht anwesend sind - ob zu Hause oder im Büro, z.B. an Wochenenden oder Urlauben!

 

PC herunterfahren / Monitor ausschalten statt Standby

Der Klima-Tipp befasst sich mit dem Thema des Energiesparens am Computer / Drucker. Der Computer lässt sich aus der heutigen Zeit nicht mehr wegdenken, doch er belastet Umwelt und Geldbeutel durch eine Menge an Stromverbrauch. Mit einigen wenigen Tricks lässt sich der Stromverbrauch effektiv reduzieren. So sollten die Bildschirme in Abwesenheitszeiten ab 15 Minuten ausgeschaltet werden, auf die stromfressenden Bildschirmschoner verzichtet man bestenfalls komplett. Bei längeren Abwesenheiten und Pausen soll der Computer heruntergefahren werden. Eine schaltbare Steckerleiste kann einfach bedient werden und trennt die Geräte vom Stromnetz, sodass auch der Standby-Betrieb vermieden wird, in dem zwar weniger aber dennoch ein wenig Strom verbraucht wird. Dies gilt auch für die Drucker, die am Ende eines Arbeitstages ausgeschaltet werden sollten.

Kategorie Mobilität:

Aktiv gegen Lärm für mehr Lebensqualität

Lärmaspekte werden immer öfter in der Öffentlichkeit diskutiert und haben einen erheblichen Anteil an der Lebensqualität der einzelnen Menschen. Wird man zu oft zu großem Lärm ausgesetzt,  so kann dies auch gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Insbesondere Straßenverkehrslärm steht in großer Kritik, gesundheitsschädigend zu sein. Dies hängt mit dem hohen Anteil an Pkw und Lkw mit Verbrennermotoren auf den Straßen sowie der individuellen Fahrweise zusammen. Werden Sie doch selbst einmal aktiv gegen Lärm und bestreiten Ihre Wege, wenn möglich, mit dem Fahrrad. Je weniger Autos auf den Straßen fahren, umso ruhiger wird es. Wenn Sie auf einzelne Fahrten mit dem Auto nicht verzichten können, fahren Sie zumindest so, dass Sie weniger Lärm verursachen: Hören Sie leiser Musik, geben Sie nicht unnötig viel Gas und fahren Sie nicht mit quietschenden Reifen.

 

Ein kleiner zusätzlicher Tipp am Rande: Körperliche Betätigung wie Radfahren (an Stelle von Autofahren) kann auch gegen Kinderlärm am Abend helfen, da die Kinder ausgelasteter sind und daher schneller müde werden, wenn sie selbst in die Pedale treten.

Fahr mit!

Insbesondere im Winter ist das Auto für viele unverzichtbar; der ÖPNV ist aufgrund verschiedener Faktoren keine Alternative, es ist dunkel und das Wetter spielt nicht mit zum Radfahren. All dies sind Gründe, auf ein Auto zurück zu greifen. Doch vor allem beim durchschnittlichen Besetzungsgrad der Autos besteht deutliches Verbesserungspotenzial. Mit einem Bundesdurchschnitt von ca. 1,5 Personen pro Autofahrt sind viele Plätze im Auto noch immer frei. Insbesondere in kleinen Verwaltungen wie der Stadtverwaltung Selm, in der man die Kolleginnen und Kollegen persönlich kennt, sind die Voraussetzungen gegeben, Fahrgemeinschaften zu gründen. Die Arbeitszeiten sind ähnlich und viele kommen aus denselben Richtungen und Orten angereist. Mitfahrgelegenheiten fördern nicht nur das kollegiale Miteinander und den sozialen Austausch, sondern sparen Kosten bei Parkplätzen und Sprit. Weniger Autos auf den Straßen bedeuten gleichzeitig weniger Stau und Umweltbeeinträchtigungen.

Mit dem Fahrrad schnell zum Bäcker, sind Brot und Kuchen doppelt lecker.

In Anlehnung an den von einer Stiftung für integrierte Stadtentwicklung entworfenen Slogan "Fit und flott zum Bäcker, schmeckt das Brötchen doppelt lecker!", mit dem die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen für ein fahrradfreundliches Mühlheim 2017 geworben hat, ruft der Klima-Tipp dazu auf, insbesondere für kurze Distanzen auf ein umweltfreundliches Verkehrsmittel zurückzugreifen. Fast die Hälfte aller Fahrten mit dem Kfz ist kürzer als fünf Kilometer (vgl. Ingenieurbüro Helmert 2014: Mobilitätsbefragung - Ergebnisbericht für die Stadt Selm. S. 19). Insbesondere diese kurzen Distanzen bis fünf Kilometer lassen sich optimal zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen. Verzichten Sie daher vor allem bei kurzen Strecken auf das Auto und gehen Sie zu Fuß oder fahren Rad. Ein wenig Frischluft tut gut - ausgestattet mit Regenjacke, ausreichend Licht und Reflektoren gelten auch keine Schlecht-Wetter-Ausreden.

Motor laufen lassen beim Eis kratzen - umweltschädlich UND strafbar!

In §30 Absatz 1 der StVO ist geregelt, dass Fahrzeugmotoren nicht unnötig laufen gelassen werden dürfen. Dazu zählt auch das Aufheizen des Innenraums, während zum Beispiel Eis vom Auto gekratzt wird. Tut man dies dennoch, begeht man eine Verkehrsordnungswidrigkeit. Gleichzeitig verstößt man gegen §11 des Landesimmissionsschutzgesetzes NRW. Daher ist dieser Klima-Tipp ein klarer Appell, Umweltbelastungen durch Lärm und Abgase zu vermeiden und den Motor nicht unnötig laufen zu lassen.

Umweltfreundliche Dienstreisen

Der Klima-Tipp beschäftigt sich mit dem Thema umweltfreundlicher Dienstreisen. Denn man ist nicht nur privat oder auf dem Weg zur Arbeit viel unterwegs, sondern legt auch dienstlich einige Wege zurück. Die Stadt Selm ist bereits gut aufgestellt und wirbt für die Nutzung des ÖPNV – wo es möglich ist. Lästige Staus und Parkplatzsuchen entfallen so. Zudem kann man bereits während der Fahrt seine Unterlagen durchblättern und sich auf den anstehenden Termin vorbereiten. Mit diesem Klima-Tipp soll der Fokus darauf nochmals geschärft werden.

Jede und jeder sollte hier sein eigenes Nutzerverhalten reflektieren. Neben der Nutzung des ÖPNV wurde der Fuhrpark der Stadt Selm z.B. um zwei Dienstpedelecs erweitert. Diese sind insbesondere im Stadtgebiet von großem Vorteil. Werden Termine in näherem Umkreis wahrgenommen, lohnt die Nutzung eines Autos kaum. Mit einem Dienstpedelec ist man oftmals schneller, aber vor allem auch gesünder unterwegs.

Wenn schon Autofahren, dann so…

Es gibt zwar bereits einige Menschen, die in ihrem Leben auf ein Auto verzichten. Dies ist allerdings noch die Ausnahme und hier in Selm selten möglich, will man nicht große Zeitverluste in Kauf nehmen. Das Autofahren per se zu verteufeln sollte auch kein Anliegen im Bereich des Klimaschutzes sein. Viel wichtiger ist es, dass jeder für sich selbst ein wenig überdenkt, wann, wohin und vor allem WIE mit dem Auto gefahren wird. Wenn das Auto als Verkehrsmittel gewählt wurde, lassen sich immer noch viele Emissionen vermeiden.

  • Jedes Kilogramm Gewicht erhöht den Verbrauch des Autos. Daher prüfen Sie vorab, was genau Sie einpacken.
  • Fahren Sie mit dem Reifendruck, den der Autohersteller für das vollbeladene Fahrzeug empfiehlt. Prüfen Sie den Reifendruck regelmäßig.
  • Schalten Sie möglichst früh hoch und fahren entsprechend Ihrer Geschwindigkeit im möglichst hohen Gang.
  • Vorausschauendes Fahren mit konstanter Geschwindigkeit kann viel Sprit einsparen. Lassen Sie das Auto ausrollen und vermeiden Sie häufiges abbremsen und beschleunigen.