Zeche Herrmann

Zeche Hermann

Das Verwaltungsgebäude der Zeche Hermann - eine dreiflügelige barocke Anlage - entstand 1909/1910 - zeitgleich mit dem I. Bauabschnitt der Zechenkolonie - nach den Plänen des Dortmunder Architekten Karl Schulze. Der Architekt entwickelte ein von der Straße zurückgezogenes Verwaltungsgebäude mit einem dominanten Baukörper, der flankierend von zwei Seitenflügeln eingefasst wurde.

Der barocken Dreiflügelanlage sind zwei Torhäuschen in neubarocker Form vorgelagert. K. Schulze griff in erster Linien auf historische Bauformen und auf barocke und klassizistische Gestaltungselemente zurück, welchen er gelegentlich jugendstilhafte Anklänge beimischte.

Der Waschkaue, dem Mittelstück der Anlage, wurde durch Straffung der Formen ein schlichtes, klares Äusseres neoklassizistischer Prägung gegeben, was durch die Übergiebelung der drei Mittelachsen besonders unterstrichen wird.

Neoklassizistische und neubarocke Formen finden sich ebenfalls bei der Innenraumgestaltung der Lohnhalle, in den kassetierten Decken und Begleitbändern sowie den durch Pilaster in Kolossalordnung gegliederten Wandfeldern.

Der Lohnhalle vorgebaut wurde ein runder Treppenhausturm mit kegelförmigem Dach. Bis heute hat sich die originale Farbverglasung mit Jugendstilornamenten erhalten. Besonders bemerkenswert ist das elegant geschwungene Treppengeländer, welches in seiner Schlichtheit als Vorgriff auf den in den 20er Jahren besonders in Berlin zur Ausführung gelangten Stil der Neuen Sachlichkeit zu bewerten ist.

Bei den ehemaligen Zechengebäuden handelt es sich um ein bedeutendes bergbaugeschichtliches Dokument, welches insbesondere die bewegte Wirtschaft- und Sozialgeschichte der Stadt bezeugt und des weiteren einen besonderen Stellenwert in der Dokumentation der Bergbauarchitektur einnimmt.