Bürgerhaus

Bürgerhaus

Als Selm im Jahre 1977 Stadtrechte verliehen wurden, begann eine Entwicklung, die mit der Einweihung des Bürgerhauses im Jahre 1993 erstmalig auch baulich sichtbar wurde, nämlich inmitten der alten Bergarbeiter-Siedlung für die neue Stadt ein Zentrum zu etablieren mit entsprechenden Infrastruktureinrichtungen wie Volkshochschule, Bücherei sowie entsprechenden Einkaufsmöglichkeiten und sonstigen Dienstleiungsangeboten.
Das Bürgerhaus wurde nach einem Entwurf von Peter Böhm gebaut, einem Mitglied der bekannten Architektenfamihe Böhm, die nun schon in der vierten Generation architektonische Kontinuität beweist. Zwei Flügelbauten variieren mit ihren Silhouetten das Motiv stadttorartiger Turm bauten mit großen Zugängen.
In ihnen sind die Volkshochschule, Musikschule, Seminar- und Schulungsräume sowie ein kleinerer Ausstellungsraum, Bistro und Küche untergebracht. Zwischen den Flügelbauten liegt der zentrale Veranstaltungssaal, eine annähernd quadratische, zum Markt hin gewölbte Raumschale mit Treppenhäusern und Zugängen. Das Herzstück des Bürgerhauses ist ein Rundsaal - eine nach innen verlegte Piazza. Sie wird durch schmale, freistehende Mauerscheiben gebildet, ist durch Balkone, Galerien, durch vielfache Durchgänge und Fenster belebt und vermittelt den unmittelbaren Eindruck eines südländischen Platzes zwischen Häusern und Gässchen.
Damit wurde das Bürgerhaus in die bestehende Bebauung der Nachbarschaft - insbesondere die "italienisch" anmutende evangelische Kirche - eingebunden.
Für das Bürgerhaus erhielt Böhm 1992 den Preis des Bundes Deutscher Architekten Nordrhein-Westfalen in der Sparte "Bauen für die öffentliche Hand“. Inzwischen ist der nächste Schritt sichtbar: das neue Wohn- und Geschäftshaus, in dem auch die Stadtbibliothek untergebracht ist.