Stadtverwaltung wehrt sich gegen Kritik aus dem Flüchtlingsrat |

Stellungnahme Kritik Flüchtlingsrat Kreis Unna

Mit großer Verwunderung hat Bürgermeister Mario Löhr auf die Pressemitteilung des Flüchtlingsrates im Kreis Unna bezüglich des neuen Übergangsheimes an der Industriestraße in Selm reagiert. „Die Pressemitteilung und das ähnlich gelagerte Schreiben an die Selmer Politik zeigen mir, dass der Flüchtlingsrat sich nicht ansatzweise mit unserer neuen Einrichtung auseinander gesetzt hat. Beide Schreiben sehen eher wie ein Standardschreiben auf Flüchtlingsgroßunterkünfte aus.“ Bis heute ist der Flüchtlingsrat im Kreis Unna nicht einmal mit dem Bürgermeister in Kontakt getreten, um eventuelle Bedenken zu formulieren oder sich über die Einrichtung zu informieren. „Wir sind uns bewusst, dass es durchaus andere Meinungen zur Unterbringung einer solchen Anzahl von Flüchtlingen geben kann. Es scheint mir aber nun eher so, dass hier politisch Stimmung gemacht werden soll, statt sich wirklich für die Sache zu engagieren“, so Mario Löhr.

Gerne hätte die Stadt Selm den Dialog mit dem Flüchtlingsrat im Kreis Unna geführt. „Dann hätten wir viele Argumente, die vorgebracht werden, entkräften können“, erklärt Mario Löhr. Eine „dauerhafte Unterbringung“ über Jahre, wie vom Flüchtlingsrat suggeriert, sei keinesfalls geplant. Nach einem abgeschlossenen positiven Asylverfahren könne jeder Flüchtling mit Bleibeperspektive, wie in jeder anderen Einrichtung im Stadtgebiet, eine Wohnung im Stadtgebiet beziehen. Mit dem neuen Übergangsheim an der Industriestraße schließt die Stadt Selm zudem eine Lücke. Wohnraum für bis zu 300 neue Flüchtlinge ist in der Stadt nämlich nicht vorhanden. „Hier geht es auch um die Abwendung von Obdachlosigkeit“, so Löhr. Bisher hat die Stadt Selm ungefähr die gleiche Anzahl an Flüchtlingen in stadteigenen Wohnungen sowie den seit vielen Jahren vorhandenen Flüchtlingsunterkünften in Selm, Bork und Cappenberg untergebracht.

Die Stadt hat in der Vergangenheit ihre Flüchtlingspolitik transparent und offen gestaltet. Das zeigen nicht nur einige Bürgerversammlungen zum Thema sondern auch die regelmäßig stattfindenden Besprechungen mit den ehrenamtlichen Arbeitskreisen aus Selm, Bork und Cappenberg sowie den Schicksalshelfern. „Wir werden weiterhin offen nach außen kommunizieren. Daher werden wir, vor Bezug der Unterkunft, diese der Öffentlichkeit vorstellen, um viele Argumente des Flüchtlingsrates zu entkräften“, sagt Mario Löhr abschließend. Auch der Flüchtlingsrat wird dazu eingeladen, um sich vor Ort ein Bild zu machen und in den Dialog mit der Stadtverwaltung zu treten.

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