Stadt beteiligt sich an Aktionsjahr zu Demokratie und Menschenrechten |

100 Jahre Frauenwahlrecht, 100 Jahre Weimarer Reichsverfassung, 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre friedliche Revolution in der ehemaligen DDR: Das sind alles bedeutsame Jubiläen in Zusammenhang mit der demokratischen Tradition in Deutschland. Doch nicht immer und vor allem überall ist Demokratie so möglich wie in Deutschland heute. „Mut machen! Erinnern! Handeln! 2019“ hat der Kreis Unna daher ein Aktionsjahr überschrieben, an dem sich die Stadt Selm beteiligt. „Kreisweit finden viele Aktionen statt“, betont Sevgi Kahraman-Brust vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Unna. Die Jubiläen hätten sich angeboten, ein eigenes Aktionsjahr zu veranstalten. Grundsätzlich geht es auch darum, dass Städte so untereinander in einen Austausch über Aktionen rund um das Thema Demokratie kommen.

In Selm ist Streetworkerin Heike Okroy bereits seit Jahren auf diesem Feld aktiv. Da war es naheliegend, auf diesen Erfahrungen aufzubauen. Und so sind die Exkursionen in das BVB-Lernzentrum in Dortmund, die seit mehreren Jahren angeboten werden, nun in diesem Aktionsjahr zu finden. „Die Schüler sind immer begeistert, wenn sie zum Beispiel durch das leere Stadion gehen“, weiß Heike Okroy zu berichten. Erst in der vergangenen Woche war sie mit einem Jahrgang der Sekundarschule in Dortmund zu einem Workshop. „Die andere Atmosphäre, mal raus aus dem Klassenzimmer, hilft bei der Arbeit“, so Okroy.

Die Besuche in Dortmund sind aber nur ein Baustein der Selmer Beteiligung am Demokratie-Aktionsjahr. Das Projekt „bildmachen“ soll Schüler sensibilisieren, dass es zunehmend und bewusst zu Falschmeldungen in sozialen Medien kommen kann. Der Workshop soll den Jugendlichen Möglichkeiten aufzeigen, dies zu erkennen und sich selbst mit Inhalten in sozialen Medien einzubringen. Eine Schulung von Lehrkräften des Förderzentrums Nord baut darauf auf.

Ein weiterer Selmer Beitrag ist die Lesung „Latscher, Pimpfe und Gestapo: Die Geschichte eines Edelweißpiraten“. Diese wird für alle 10. Jahrgänge der weiterführenden Schulen in Selm am 28. August angeboten. Die Geschichte über den Dortmunder Kurt Piehl, der sich als Jugendlicher gegen die Nationalsozialisten während des Dritten Reiches widersetzt hat, erlaubt einen Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus aus der Sicht eines Jugendlichen. „Das alles müssen wir ja tagesaktuell sehen. Vielerorts muss die Demokratie geschützt werden“, betont Doris Kraft, Schulleiterin des Standorts Bork des Förderzentrums Nord. Demokratie ist zwar in Deutschland eigentlich selbstverständlich aber in vielen Orten auf der Welt nicht mehr. Daher sei es wichtig, Jugendliche dafür zu sensibilisieren.

Die Aktionen in Selm und im Kreis können über die Internetseite www.kreis-unna.de/demokratiejahr abgerufen werden. Wichtig ist es Heike Okroy zu betonen, dass Vereine und Institutionen sich noch an diesem Aktionsjahr beteiligen können.

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