Mülltonnen werden kontrolliert |

Nicht nur bei der am Freitag beginnenden Fußball-Europameisterschaft gibt es für ein Foulspiel die Gelbe oder Rote Karte. In Selm droht dies ab Anfang Juli auch Müllsündern. Da die Fehlbefüllungen von Wertstoff- und Biotonnen zugenommen haben, werden demnächst die Mülltonnen kotrolliert.

„Es ist leider ein sehr ärgerliches Thema mit den Fehlbefüllungen  geworden“, betonte Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Schwager bei einem Pressetermin am Mittwoch. In Zahlen bedeutet dies für Selm. Von knapp 106 Tonnen angeliefertem Biomüll in Selm im Monat Februar, war nicht eine Tonne verwertbar gewesen. Vor dem Hintergrund einer neuen verschärften gesetzlichen Regelung für kompostierten Biomüll ein viel zu hohe Quote. „Wir müssen darauf achten, dass alles richtig angeliefert wird“, sagt Andreas Schneider, Sachgebietsleiter Abfallwirtschaft beim Kreis Unna. Da der nicht verwertbare Biomüll anschließend als Restmüll beseitigt werden muss, entstehen höhere Kosten. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres kamen so knapp 44 000 Euro zusammen. Kosten, die alle Gebührenzahler zu tragen haben.

Welche Ausmaße die Fehlwürfe in Bio- aber auch Wertstofftonne haben, verdeutlichte Andreas Hellmich, Abfallberater der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna (GWA). Windeln und alte Schuhe in der Gelben Tonne, Holzreste und vor allem Plastikverpackungen in der Biotonne. „Das ist aber nicht nur ein Selmer Problem. Dies beobachten wir im gesamten Kreis Unna“, so Hellmich. Auch die eigentlich als kompostierbar deklarierten Plastiktüten gehören laut Hellmich nicht in die Biotonne. „Besser sind Zeitungspapier oder entsprechende Papiertüten“, so Hellmich.

Anfang Juli starten daher Kontrollen im Selmer Stadtgebiet. „Wir wollen damit keinen ärgern, wir brauchen aber die gute Qualität“, erklärt Hellmich. Ab Anfang Juli wird vor Abholung der Tonnen kontrolliert, ob es Fehlbefüllungen in Wertstoff- oder Biotonne gibt. Sollte der Kontrolleur dies feststellen, wird dies dokumentiert. Die entsprechende Tonne wird zudem mit einer Gelben Karte versehen und nicht abgefahren. „Dann besteht die Möglichkeit und auch die Pflicht, nachzusortieren“, erklärt Andreas Hellmich. Sollte beim nächsten Mal die Tonne erneut falsch befüllt sein, droht sogar der Entzug der Mülltonne. Dem „Müllsünder“ könnte dann auferlegt werden, ein entsprechend größeres Restmüllgefäß sich anzuschaffen.

„Bergkamen hat vor ein paar Jahren Tonnen-Kontrollen eingeführt. Bei den Bioabfällen gibt es seitdem kaum noch Probleme mehr“, verdeutlicht Hellmich. Ähnliches erhoffen sich die Verantwortlichen in Selm. Damit die Qualität des Mülls wieder steigt und nicht die Gebühren.

 

Zurück