Infos über Kosten der Bohrkopf-Havarie |

Der erste Abschnitt des Umbaus der Kreisstraße steht kurz vor der Vollendung. Die eingetretene Verzögerung bei der Fertigstellung des ersten Abschnittes lag auch an dem havarierten Bohrkopf unterhalb der Kreisstraße.

Anfang März 2017 wurde mit den Arbeiten zur Errichtung eines 1,4 Meter großen Regenwasserentlastungskanals begonnen. Der Kanal wurde im so genannten Microtunneling-Verfahren errichtet. Unter den möglichen Varianten war dieses Bohrkopf-Verfahren im Vergleich zu einer offenen Bauweise das wirtschaftlich günstigere und zeitlich schnellere Verfahren.

Jedoch kam es im Sommer 2017 zu einer Havarie des Bohrkopfs. Dieser war auf Stahlträger gestoßen, die wahrscheinlich aus alten Kanalbaumaßnahmen in sechs Meter Tiefe stammten und auf keiner Karte verzeichnet gewesen waren. Der Bohrkopf war direkt unter dem Kreisverkehr Botzlarstraße zum Stehen gekommen. Um den Kopf zu bergen, musste eine zweite Baugrube ausgehoben werden. Wäre diese Baugrube dann direkt im Kreisverkehr entstanden, hätte dies zu noch höheren Kosten geführt. Zudem wäre der gesamte Verkehr aus Richtung Norden dann zum Erliegen gekommen. Daher entschied man sich, den Bohrkopf aus dem Kreisverkehr zu steuern, so dass dieser hinter dem Kreisverkehr geborgen werden konnte, erklärt Bürgermeister Mario Löhr. Erst anschließend konnte der Kanalbau fortgeführt werden.

Die Havarie führte nicht nur zu Verzögerungen, sondern auch zu Mehrkosten in Höhe von 440.000 Euro. Die Gründe hierfür waren eine zusätzliche Baugrube, die Bergung des Bohrkopfs sowie Personal- und Stillstandkosten. Diese Kosten mussten vom Auftraggeber, der Stadt Selm, getragen werden. Denn nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist die Stadt Selm als Auftraggeber bzw. „Baustoff-Bereitsteller“ dazu verpflichtet, das Baugrundrisiko zu tragen. Der Schaden am Bohrgerät wurde der Stadt nicht in Rechnung gestellt.

Da die zusätzlichen Kosten bei der Erstellung des Regenwasserentlastungskanals angefallen waren, sind diese über die Niederschlagwassergebühren abzuschreiben. „Dies erfolgt über einen sehr langen Zeitraum – hier von 67 Jahren“, so Mario Löhr. Die jährliche Belastung für jeden Gebührenzahler in Selm beträgt hierdurch 0,003 Euro je Kubikmeter Niederschlagwasser. Das sind rund 45 Cent für den Musterhaushalt (150 Kubikmeter Niederschlagwasser) pro Jahr.

Nach der Havarie des Bohrkopfes musste eine zweite Baugrube ausgehoben werden.

Zurück