Containerdorf für Flüchtlinge an der Industriestraße |

Die Stadt Selm setzt demnächst auf eine Containerlösung, um die zu erwartenden neu zugewiesenen Flüchtlinge in der Stadt angemessen unterzubringen. Dies stellten Bürgermeister Mario Löhr und Beigeordnete Sylvia Engemann bei einer Bürgerversammlung am Dienstagabend vor.

Vom ursprünglichen Plan, die Pestalozzischule zu einem Übergangsheim umzubauen, ist die Stadtverwaltung wieder abgerückt. „Die Rahmenbedingungen haben sich geändert“, so Mario Löhr. So seien die Anschaffungskosten für Container in den vergangenen Monaten stark gesunken. Dies mache die Lösung eines Containerdorfes wirtschaftlicher. Zudem sei, da in den vergangenen Wochen immer weniger Flüchtlinge nach Deutschland kamen, nicht mehr der enorme zeitliche Druck da, kurzfristig Unterbringungslösungen anzubieten.

Als Standort für das Containerdorf ist das Gelände der ehemaligen Diskothek an der Industriestraße vorgesehen. „Das Grundstück haben wir bereits erworben“, erklärte der Bürgermeister. Zunächst werden Container mit Platz für bis zu 200 Flüchtlinge errichtet. Falls mehr Flüchtlinge wieder nach Deutschland und damit auch nach Selm kommen als zuletzt, sei der Standort aber problemlos auf 300 oder mehr Plätze ausbaufähig. Neben den Containern mit den Wohneinheiten werden Container für das Catering und Sanitäreinrichtungen sowie Gemeinschaftsräume aufgestellt. Auch die Kleiderkammer, die zurzeit ihr Lager noch in Bork hat, könnte an der Industriestraße neue Räume erhalten. „Ich denke, dass ist die beste Lösung sowohl für die Flüchtlinge als auch für die Anwohner des Pädagogenweges“, so Mario Löhr.

Der neue Standort soll gegen Ende des Jahres fertig sein. Zunächst muss der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 30. Juni, noch grünes Licht geben. Anschließend starten Ausschreibungen für die Container beziehungsweise für einen Betreiber des Flüchtlingsstandortes. Parallel wird das Gebäude der ehemaligen Diskothek abgerissen und der Platz für das Containerdorf hergerichtet. Gegen Ende des Jahres soll dieses bezugsfertig sein. „Die letzten Aussagen der Bezirksregierung gehen dahin, dass wir im Dezember wieder mit Zuweisungen von Flüchtlingen zu rechnen haben“, erklärte Mario Löhr.

Positiv wurde die Entscheidung, die Pestalozzischule doch nicht zu einem Übergangsheim umzubauen, nicht nur von den Anwohnern des Pädagogenweges aufgenommen. Auch für die Sportvereine hatte Mario Löhr frohe Kunde. „Sie können die Turnhalle weiter nutzen wie zuvor.“ Was mit der Schule nach dem Freizug im Sommer passieren wird, kündigte Mario Löhr ebenfalls schon einmal an. „Unsere Absicht ist, den Standort zu vermarkten.“

 

 

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