Christoph Tiemann erhält Wirtschafts- und Kulturförderpreis |

Nein, die Sorge, den Preis wie Marcel Reich-Ranicki, den er so trefflich imitieren kann, nicht anzunehmen, die verstreute Christoph Tiemann sofort. „Ich nehme den Preis an. Und das mit Verzückung“, rief der Kabarettist und Schauspieler den rund 100 Gästen im Hause Kreutzkamp zu. Dort erhielt Tiemann am vergangenen Freitag aus den Händen von Bürgermeister Mario Löhr und dem Vorsitzenden des Wirtschafts- und Kulturfördervereins, Helmut Jahnke, den Wirtschafts- und Kulturförderpreis der Stadt Selm.

Alle zwei Jahre lädt Bürgermeister Mario Löhr zur Unternehmerinitiative ein. Einem Treffen von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Vor zwei Jahren wurde innerhalb dieses Rahmens das erste Mal der Wirtschafts- und Kulturförderpreis verliehen. Zahlreiche andere Preisträger, unter anderem Michael Steinbrecher und Jazzsänger Theo Bleckmann, hatten sich in den Jahren zuvor in die Preisträgerliste eingetragen.

Mario Löhr ging aber zunächst in seiner Begrüßung auf die Entwicklung in Selm ein. „Es ist einiges passiert und es wird noch viel mehr Änderungen geben.“ Löhr erklärte, dass in den vergangenen fünf und den kommenden vier Jahren von privater und öffentlicher Hand insgesamt 200 Millionen Euro in Selm investiert wurden und werden. „Auch dass die Arbeitslosigkeit zum zweiten Mal bereits unter die 1000er-Marke gefallen ist, zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“ Weitere Anstrengungen seien aber nötig.

Größer als in den vergangenen Jahren war diesmal die Auswahl für die Jury, die den Preisträger auserkoren hat. „2014 hatten wir neun Vorschläge, in diesem Jahr 13“, sagte Helmut Jahnke. Er sei sich sicher, dass die Jury eine gute Wahl getroffen habe.

Davon konnten sich alle Anwesenden anschließend eindrucksvoll überzeugen. Erst in einem kurzen Videoeinspieler über das künstlerische Wirken von Christoph Tiemann, anschließend in der Laudatio von Freund und Wegbegleiter Markus von Hagen. „Waschkörbe Fanpost“, so von Hagen, habe sein Freund Christoph Tiemann bekommen. Dabei auch fiktive Briefe von so berühmten Zeitgenossen wie Marcel Reich-Ranicki, Edgar-Allen Poe
oder Papst Johannes XXIII. Alle beschworen die zahlreichen Talente des Preisträgers.

Christoph Tiemann bekannte in seiner Dankesrede, sehr nervös vor der Preisvergabe gewesen zu sein. „Ich habe viele gute Erinnerungen an Selm. Daher ist der Preis auch eine Verpflichtung für mich“, bekannte Christoph Tiemann. Launig blickte er auf seine Kindheit in Selm und seinen beruflichen Werdegang zurück.  Und spätestens als er feststellte, dass Selm die „ständige Vertretung des Ruhrgebietes im Münsterland sei“, da wusste jeder der Anwesenden, es hätte in diesem Jahr keinen besseren Preisträger geben können.

Ein kurzes Videoporträt

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